Fehlersuche und Hilfe
Ist der Zugriff auf das Systemadministratorkonto von Relution verloren gegangen und lässt sich das Passwort nicht über die konfigurierte E-Mail-Adresse zurücksetzen, ist es auch möglich, das Passwort über die Datenbank zurückzusetzen. Dieses Verfahren erfordert Schreibzugriff auf den Datenbankserver und die Datenbank von Relution auf dem Datenbankserver.
Das Passwort sollte zunächst über den Passwort vergessen?-Link zurückgesetzt werden, bevor der Weg über die Datenbank versucht wird. Diese Möglichkeit sollte nur als letzter Rettungsanker dienen.
Um das Passwort zurückzusetzen, muss zunächst über die
Kommandozeile oder ein Verwaltungstool eine Verbindung mit der Datenbank
hergestellt werden. Anschließend wird das SQL-Skript ausgeführt, das für den jeweiligen
Datenbankserver geeignet ist. Das Skript setzt das Passwort des Benutzers admin in der
Systemorganisation neu, setzt den Zähler für fehlgeschlagene Anmeldungen zurück und
aktiviert das Konto wieder, falls es nach zu vielen Fehlversuchen gesperrt wurde.
Das Präfix {noop} kennzeichnet ein Passwort im Klartext. Bis zur ersten Anmeldung steht
das neue Passwort deshalb unverschlüsselt in der Datenbank. Bei der ersten Anmeldung
speichert Relution es automatisch als Argon2-Hash. Das Passwort sollte danach im Portal
geändert werden. Ist für das Konto eine Mehrfaktor-Authentifizierung eingerichtet, wird der
zweite Faktor auch nach dem Zurücksetzen weiterhin abgefragt.
Microsoft SQL Server und MySQL werden von Relution nicht mehr unterstützt. Die Umstellung auf MariaDB ist unter Migration MSSQL zu MariaDB → beschrieben.
PostgreSQL
UPDATE security_user usr
SET password = '{noop}password123',
failed_login_attempts = 0,
activated = true
FROM security_role rol
JOIN security_organization org ON org.uuid = rol.organization_uuid
WHERE rol.uuid = usr.uuid
AND usr.name = 'admin'
AND org.is_system = true;
password123 wird durch das neue Passwort ersetzt, das Präfix {noop} bleibt stehen.
MariaDB
UPDATE security_user usr
JOIN security_role rol ON rol.uuid = usr.uuid
JOIN security_organization org ON org.uuid = rol.organization_uuid
SET usr.password = '{noop}password123',
usr.failed_login_attempts = 0,
usr.activated = true
WHERE usr.name = 'admin'
AND org.is_system = true;
password123 wird durch das neue Passwort ersetzt, das Präfix {noop} bleibt stehen.
Zusätzlichen Systemadministrator anlegen
Ohne Zugriff auf die Datenbank lässt sich beim Serverstart ein zusätzlicher
Systemadministrator anlegen. Dazu werden die Umgebungsvariablen
OTHERSYSTEMADMIN_USERNAME und OTHERSYSTEMADMIN_PASSWORD gesetzt, alternativ in der
application.yml die Schlüssel username und password unter relution.system.otheradmin.
Nach einem Neustart legt Relution den Benutzer in der Systemorganisation an und nimmt ihn
in die Administratorgruppe auf.
relution:
system:
otheradmin:
username: ""
password: ""
Existiert in der Systemorganisation bereits ein Benutzer mit diesem Namen, erhält er nur die Administratorrechte zurück, sein Passwort bleibt unverändert. Nach der Anmeldung sollten die Einträge wieder entfernt werden, damit das Passwort nicht dauerhaft in der Konfiguration steht.
Server startet nicht
Die Logdateien prüfen, die standardmäßig im Verzeichnis log innerhalb
des Installationsverzeichnisses von Relution liegen. Lässt sich das
Problem nicht selbst identifizieren, ein
Support-Ticket öffnen und die Logs zur Verfügung stellen.
Log Dateien
Wo sich die Log-Dateien für Docker, Linux und Windows finden, ist unter Relution Logs → beschrieben.
Performance-Analyse mit Glowroot
Neu in 26.5Bei Performance-Problemen kann der Relution Support um eine Analyse mit Glowroot → bitten. Glowroot zeichnet auf, welche Anfragen wie lange dauern, und zeigt das Ergebnis in einer eigenen Weboberfläche an.
Im Docker-Betrieb ist Glowroot nicht Teil des Images, es wird beim Start automatisch
heruntergeladen, sobald RELUTION_ENABLE_GLOWROOT gesetzt ist:
relution:
image: relution/relution:latest
environment:
- RELUTION_ENABLE_GLOWROOT=true
- RELUTION_GLOWROOT_ADMIN_JSON_BASE64=ewogICJ3ZWIiOiB7CiAgICAiYmluZEFkZHJlc3MiOiAiMC4wLjAuMCIKICB9Cn0=
ports:
- '4000:4000'
Die zweite Variable enthält lediglich die Base64-kodierte Glowroot-Konfiguration
{"web": {"bindAddress": "0.0.0.0"}}. Ohne sie ist die Oberfläche nur innerhalb des
Containers erreichbar. Nach einem Neustart des Containers steht sie unter Port 4000 zur
Verfügung.
Die Aufzeichnungen liegen im Container und gehen verloren, sobald dieser neu angelegt
wird. Für die Dauer einer Analyse ist das in der Regel ausreichend. Sollen sie erhalten
bleiben, RELUTION_GLOWROOT_DIR auf ein für die UID 20001 beschreibbares Verzeichnis
setzen.
Zum Deaktivieren RELUTION_ENABLE_GLOWROOT wieder entfernen und den Container neu
starten.
Sicherheitshinweise
- Die neuesten Betriebssystem- und Software-Updates und Sicherheits-Patches installieren.
- Sichere Kennwörter für Administratorkonten verwenden.
- Lange Passwörter für die Kommunikation von Dienst zu Dienst verwenden. Passwörter müssen nicht von Menschen benutzt oder gemerkt werden.
- Sicherstellen, dass das Benutzerkonto, das für den Zugriff auf das eigene LDAP verwendet wird, über Nur-Lese-Zugriff verfügt.
- Keine Konten mit schwachen Passwörtern wie
passwordodertesterstellen. - Passwörter nicht in Dateien speichern, die weltweit lesbar sind.